Warum Männer...

Veröffentlicht auf von Zong

... lieber schlecht einparken als mit ihren Frauen über anderen Gefühle als Fußballgeheul während des gemeinsamen Hausputzes zu reden, und ähnlich tiefgründige Fragen zu den urzeitlichen Unterschieden zwischen Männlein und Weiblein der Spezies Mensch sind ja gerade so schön in Mode. Gerade eben habe ich im Zug wieder Werbung für eines dieser Bücher überflogen.

Wenn ich bei einem Hund das Geschlecht wissen will, schau ich ihm einfach zwischen die Beine. Vielleicht sollten wir das für die Menschen auch wieder einführen und sie dann einfach so nehmen, wie sie sind.

Aber gut, ich gebe zu, auch ich hatte mir doch tatsächlich schon einmal eines dieser hochaktuellen Mach- äh... Fachwerke über die Forschungsergebnisse der humanoiden Verhaltensbiologie zu Gemüte geführt. Hin und wieder ist auch ein Mario Barth recht amüsant. Doch zumindest letzterer besteht nicht darauf, daß seine "Erkenntnisse" der Weisheit letzter Schluß wären.

Nächtens führe ich doch immer wieder Gespräche mit Menschen, die so gar nicht in das Mann-/ Frau-Profil passen, die sich einfach nicht daran halten wollen, zu sein, wie sie zu sein hätten. Zu viele sind es, die da die Ausnahme zur Regel darstellen sollen, um die Regel zu halten, zu unterschiedlich sind sie, um neue Regeln aufzustellen.
Böser Induvidualismus, egoistischer Hang des Einzelnen. Und da tauchen sie wieder auf, die leisen Stimmen, die sagen, wir müssen uns auf alte Werte zurückbesinnen, zurückkehren zu alten Strukturen. Früher war alles besser... oder vielleicht nicht alles, aber das Wesentliche... Früher wurde Musik noch mit den Händen gemacht, und Äpfel direkt vom Baum gegessen. O ja, ich höre sie... Früher hat sich die Welt wahrscheinlich auch nur halb so schnell gedreht und jeden dritten Samstag komplett Pause gemacht. Schweig, zynischer Teil meines Ichs, schweig still!

Ich, für meinen Teil, bleibe lieber weiter diese seltsame Frau mit der zärtlichen Vorliebe für Akkuschrauber, die sich ungern auf den ersten Blick durchschauen läßt, die so gern mit den typisch weiblichen Klischees spielt, während sie über neue Schuhe sinniert.
Ich lasse die Vergangenheit ganz gerne erzählen, harre der Dinge, die die Zukunft bringen mag - und doch - meine Gegenwart ist die Beste. Schließlich ist sie die einzige, die ich habe.

Und während mein großer starker Mann sich vorbereitet, den schweren Koffer aus der Gepäckablage des Zuges zu wuchten, denke ich darüber nach, ob die Winterjacke eigentlich zu den schwarzen Stiefeln paßt. Und ob diese herrlichen  blauen Augen mir gegenüber eigentlich auch so neugierig gucken würden, wenn ich statt meines Röckchens und des neckischen Ausschnitts, Omis Strickpulli zu Schlabberjeans tragen würde...
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Veröffentlicht in Persönliches

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