Armer Papa...

Veröffentlicht auf von Zong

Als Kind glaubt man gar nicht, über welchen Teile der wie auch immer gelungenen Erziehung man später seine Eltern zur Rechenschaft ziehe wollte. Im Rahmen der Gerechtigkeit muß man wohl dazu sagen, daß es den Eltern genauso geht. Und nein, ich beziehe mich dabei nicht auf die hin und wieder gefangenen Ohrfeigen. Wenn man bedenkt, daß Brüderchen und Schwesterchen eine ganze Weile ungewollt die Glaserei des Dorfes großzügig unterstützt haben, war eben jene kleinen Ermahnungen zur Vernunft oder ähnlich etwas geartetem, das man auch bei streitenden Kindern vermuten könnte, vielleicht meistens nicht ganz unberechtigt.

Antiautoritäre Erziehnung mag es zu meiner Zeit zwar vereinzellnd auch schon gegeben haben, doch damals (oh, jetzt fühle ich mich alt) war der Begriff weder ein Schimpfwort, noch die Methoden allzuweit verbreitet. Mag man davon halten, was man will - ich enthalte mich hier und jetzt einer Beurteilung. Jedenfalls hat zu gegebenem Anlaß ein Schlag auf den Hinterkopf weder meiner sozialen Verträglichkeit noch meiner kongnitiven Leistungsfähigkeit geschadet. Zu deutsch - ich bin weder aggressiv noch doof geworden. Behaupte ich jetzt einfach mal...

Jedenfalls habe ich gestern zur Abwechslung mal wieder die eigene Erzeugerfraktion angerufen und - wie kann es anders sein - beim Essen gestört. Dank tragbarem Telefon und Lautsprecher kam ich also trotzdem um ein ausführliches Gespräch nicht drum herum. Welch Segen der Neuzeit ;o) Nein, so schlimm ich es gar nicht. Eigentlich sind meine Eltern in der Hinsicht recht pflegeleicht, freuen sich aber, wenn sie zumindest telefonisch ab und an über das Leben ihrer Kinder informiert werden. Und so erzählte ich neben Neuigkeiten, Urlaubs- und Besuchsplänen auch die eine oder andere Annekdote, die neben meinen Erlebnissen eben auch meine Antworten für das entsprechende Gegenüber enthielten. Meine Mum begann dann doch recht unüberhörbar zu kichern, während mein Vater wahrscheinlich nur schmunzelnd aber schweigend und kopfschüttelnd daneben saß. "Ja, was?", verteidigte ich mich, "meine große Klappe habe ich ja wohl auch von keinem Fremden. Und die blöden Sprüche stammen alle von Papa."
Ok, ok, vielleicht nicht alle, aber der trockene Humor meines Vaters hat mir schon das eine oder andere mit auf den Weg gegeben.

Mum war an dieser Stelle zu einem lauten Lachen übergegangen, wohl auch dem Gesichtsausdruck ihres Gegenübers geschuldet, der sich nun das erste Mal seit xx Minuten in das Gespräch einschaltete und proteste, daß ja sowas gar nicht sein könnte. Tja, meine Mutter bestätigte das mit den Worten "Richtig, von Papa kannst du das nicht haben, der hat das ja alles noch." Verloren! *umpf* Armer Papa. Aber gegen zwei Weiber samt großer Klappe anzukommen...

Ach ja, an dieser Stelle soll ich der Hilli mal noch schöne Grüße bestellen und so ;o)
Werbung

Veröffentlicht in Persönliches

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post