[Minigeschichte] Vielleicht...
Eigentlich habe ich heute schon mehr geschrieben, als ich wollte. Und ich bin mir nicht sicher, ob meine Worte noch so verstanden werde, wie ich sie verstanden haben wollte.
Bevor sich das hier jetzt fortsetzt, gibts heute nur eine weitere meiner kleinen Kurzgeschichten - ich geh derweil meine Gedankengänge wieder zusammensammeln.
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Irgendwann nach der ersten halbe Stunde des Films lag ich in seine Arme gekuschelt. Was auf dem Bildschirm ablief, interessierte nicht mehr. Dies war mein kleiner Urlaub von Alltag, Stress und Ärger. Ich genoß das vertraute Gefühl, seine Nähe, seine Wärme; spürte, wie die Brust, an der ich seelig schnurrend lehnte, sich hob und senkte im Rhythmus seiner Atemzüge. Für einen Moment blieb die Welt stehen, Augenblicke nur, in denen alle Sorgen und Zweifel ruhiggestellt waren. Wäre es doch nur öfter so. Was interessierte mich der Film – bedeutend war die Zeit, unsere Zeit.
Unvermittelt unterbrach er meine Gedanken „Wie lange kennen wir uns eigentlich schon?“ In diesem Moment war ich ebenso überrascht wie ahnungslos. Zahlen, Daten, ja die gesamte Vergangenheit hatten nie Bedeutung für ihn gehabt, für uns, lediglich die Gegenwart zählte. Die letzten Jahre waren so schnell vergangen. So suchte ich nach Erinnerungen, die uns beide mit Ereignissen verbanden, die man irgendwo in Kalendern wiederfand. Doch noch bevor ich zu einem annähernd zufriedenstellenden Ergebnis kommen konnte, stellte er bereits eine weitere Frage. Viele Worte, für einen Mann wie ihn. Aber nicht die Menge war es, was mich stutzen lies, sondern die Worte an sich. „Warum haben wir es eigentlich nie miteinander probiert?“
Ich grinste blöd. Auch wenn blöd nicht gerade der schmeichelhafteste Ausdruck für das eigene Mienenspiel sein mochte, war ich überzeugt, daß ich in diesem Moment wirklich nicht intelligent aus der Wäsche schaute. „Du weißt schon noch, daß du schwul bist?“ In dieser Stelle war der Film dann wohl vollends vergessen. Nichtsdestotrotz lies sich der DVD-Player nicht davon abhalten, eben jenen weiter abzuspielen und unser Gespräch so mit unpassenden Musikeinlagen zu untermalen. Ein kurzes Lächeln huschte durch sein Gesicht, bevor er wieder ernst wurde „Vielleicht würde ich für dich eine Ausnahme…“ „Vielleicht lernen Kühe fliegen…“, war die Antwort, eher aus purer Panik geboren, als ernst gemeint; schneller ausgesprochen, als nachgedacht. Er war wohl der letzte Mann, dem ich im Moment weh tun wollte.
Ich strich durch sein Gesicht, flüsterte seinen Namen. Er verstand. Das war es, was ihn so besonders machte. Er wußte sicherlich auch, daß es unsinnig war, die Freundschaft, die uns verband, auf’s Spiel zu setzen. Aber die Versuchung war da, eine Beziehung zu führen, ohne diese alltäglichen Streitereien, ohne die kleinen Machtkämpfen zwischen Liebenden. Ohne Schmerz. Allerdings auch ohne Leidenschaft.
Die eigentliche Frage war vom Tisch – einstimmig abgelehnt… für heute…
Vielleicht brächte die Zeit andere Antworten...
Bevor sich das hier jetzt fortsetzt, gibts heute nur eine weitere meiner kleinen Kurzgeschichten - ich geh derweil meine Gedankengänge wieder zusammensammeln.
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Irgendwann nach der ersten halbe Stunde des Films lag ich in seine Arme gekuschelt. Was auf dem Bildschirm ablief, interessierte nicht mehr. Dies war mein kleiner Urlaub von Alltag, Stress und Ärger. Ich genoß das vertraute Gefühl, seine Nähe, seine Wärme; spürte, wie die Brust, an der ich seelig schnurrend lehnte, sich hob und senkte im Rhythmus seiner Atemzüge. Für einen Moment blieb die Welt stehen, Augenblicke nur, in denen alle Sorgen und Zweifel ruhiggestellt waren. Wäre es doch nur öfter so. Was interessierte mich der Film – bedeutend war die Zeit, unsere Zeit.
Unvermittelt unterbrach er meine Gedanken „Wie lange kennen wir uns eigentlich schon?“ In diesem Moment war ich ebenso überrascht wie ahnungslos. Zahlen, Daten, ja die gesamte Vergangenheit hatten nie Bedeutung für ihn gehabt, für uns, lediglich die Gegenwart zählte. Die letzten Jahre waren so schnell vergangen. So suchte ich nach Erinnerungen, die uns beide mit Ereignissen verbanden, die man irgendwo in Kalendern wiederfand. Doch noch bevor ich zu einem annähernd zufriedenstellenden Ergebnis kommen konnte, stellte er bereits eine weitere Frage. Viele Worte, für einen Mann wie ihn. Aber nicht die Menge war es, was mich stutzen lies, sondern die Worte an sich. „Warum haben wir es eigentlich nie miteinander probiert?“
Ich grinste blöd. Auch wenn blöd nicht gerade der schmeichelhafteste Ausdruck für das eigene Mienenspiel sein mochte, war ich überzeugt, daß ich in diesem Moment wirklich nicht intelligent aus der Wäsche schaute. „Du weißt schon noch, daß du schwul bist?“ In dieser Stelle war der Film dann wohl vollends vergessen. Nichtsdestotrotz lies sich der DVD-Player nicht davon abhalten, eben jenen weiter abzuspielen und unser Gespräch so mit unpassenden Musikeinlagen zu untermalen. Ein kurzes Lächeln huschte durch sein Gesicht, bevor er wieder ernst wurde „Vielleicht würde ich für dich eine Ausnahme…“ „Vielleicht lernen Kühe fliegen…“, war die Antwort, eher aus purer Panik geboren, als ernst gemeint; schneller ausgesprochen, als nachgedacht. Er war wohl der letzte Mann, dem ich im Moment weh tun wollte.
Ich strich durch sein Gesicht, flüsterte seinen Namen. Er verstand. Das war es, was ihn so besonders machte. Er wußte sicherlich auch, daß es unsinnig war, die Freundschaft, die uns verband, auf’s Spiel zu setzen. Aber die Versuchung war da, eine Beziehung zu führen, ohne diese alltäglichen Streitereien, ohne die kleinen Machtkämpfen zwischen Liebenden. Ohne Schmerz. Allerdings auch ohne Leidenschaft.
Die eigentliche Frage war vom Tisch – einstimmig abgelehnt… für heute…
Vielleicht brächte die Zeit andere Antworten...
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