Dreierlei schlechte Nachrichten

Veröffentlicht auf von Zong

Beinahe den gesamten Sonntag hat es geregnet. Was aus der - nunja - schmuddeligen Stadtschneelandschaft einen noch schmuddeligere Tauzone mit exklusiven Schneematschdreckhäufchen am Straßenrand gemacht hat. Bei näherem Hinsehen beinhaltet dieser Satz allerdings zwei Fehler. Zum einen ist es müßig, innerhalb einer Stadt von Landschaft zu sprechen, wo hier doch das Land weitaus entfernter von mir ist, als mein warmes Bettchen. Zum anderen befindet sich diese unangenehme Kombination aus Schnee, Split und wahlweise Hundehäufchen oder Müll nicht am Straßenrand, sondern auf dem Bürgersteig. Fein, da ist es den meisten Leuten ja auch viel lieber. Aber zumindest bin ich nicht mehr dazu verdammt, durch 10-20 Zentimeter hohen Krumpsch im Rinnstein zu krakzeln, wenn ich die Straße überqueren will.

Man könnte es also Lichtblick nennen.
Was folgte, war ein Montag komplett ohne Wetter. Kein Regen, kein Wind, keine Sonne, keine Temperatur, kein gar nichts. Ergo, nicht weiter schlimm. Doch heute muß all meine Hoffnung auf nahen Frühling wieder zunichte gemacht werden. Denn irgendjemand ein paar Etagen höher macht sich einen Riesen Spaß daraus, es immer mal wieder schneien zu lassen. Nennen wir diesen jemand der Einfachheit halber mal Petrus. Jedenfalls schmeißt dieser Petrus mit dicken weißen Flocken. Noch denken diese zwar nicht daran, sich auf dem Boden, Autos und Fensterbrettern dauerhaft niederzulassen, aber man weiß ja nie. Mit Schnee ist das immer so eine Sache. Zwischendurch kommt strahlend die Sonne durch die Wolken und blickt vorwitzig auf meinen Bildschirm. Mit der Folge, daß ich dort nichts mehr sehe. Ich glaube, mit Petrus muß ich bei meinem nächsten Besuch dort mal ein ernstes Wörtchen reden. Wir haben doch schließlich noch nicht April....

Letztlich sitze ich wieder einmal frierend, verzweifelt und niesend in meinem Büro. Zu Hause würde mir das nicht passieren, aber was will man machen. Keine Sorge, die Heizung funktioniert wieder... nun, zumindest, wenn man sie einschaltet....

Was die anderen Krankheitssymtome angeht. Tja, am Wochenende hatte ich das Problem nicht. Es muß dafür also eine andere Erklärung als Erkältung geben. Brennende Augen, gereizte Schleimhäute... ich fürchte, ich reagiere allergisch. Und zwar auf Arbeit. Jawollja. Eine geeignete Therapie wären wohl vier Wochen Urlaub. Aber da ich das nur selbst diagnostizert hab, und kein Kollege mit fachärztlichen Ausbildung und der Lizenz zum gelben Schein, bin ich wohl dazu verdammt, hier weiter zu leiden.

Womit wir dierekt beim Verzweifeln angekommen wären. Es hat wahrscheinlich jeder schon mal diesen unvollendeten Halb-Satz gesagt "Wenn man nicht alles selber macht,..." verbunden mit einem Augenrollen und/ oder einem leicht herablassenden Blick auf denjenigen, der die Arbeit eigentlich abnehmen sollte oder wollte.
Nun, ich könnte diese Worte in den letzten Tagen eigentlich in Dauerschleife abspielen, wenn ich mir die Messdaten so anschaue. Ein Viertel der Daten ist einfach nicht vorhanden, obwohl dokumentiert. Dann sind dort Daten, die zwar vorhanden sind, aber nicht dokumentiert wurden. Und dann hab ich noch einen ganzen Wust von der Sorte, die zwar vorhanden sind und dokumentiert wurden, aber unter unvollständigen Bedingungen erstellt wurden.
Das Ergebnis ist so ziemlich in allen Fällen das selbe, ich kann das Zeugs nicht auswerten und verwenden. Somit hab ich dann wieder den Schwarzen Peter bzw Petrus, weil ich den Kollegen sagen muß, daß sie den Spaß grad nochmal von vorne machen müssen. Draußen.. bei dem schönen Wetter... Ich hab inzwischen meine Lebensversicherung aufgestockt...
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Veröffentlicht in Persönliches

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